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Warschau ist heute eine Boom-Stadt

Ein Küstenort in Montenegro
Ein Küstenort in Montenegro. Foto: www.wikipedia.de

In grauer Vorzeit angelten die beiden Fischer Wars und Sawa in der Weichsel, als eine Nixe sie beschwor, dort eine Stadt zu bauen. Diese werde unzerstörbar sein. Die Sirene wurde zum Wappensymbol von Warszawa. König Sigismund III. Wasa erklärte Warschau 1596 zur Hauptstadt Polens.

Wer heute Rynek Starego Miasta, den Marktplatz der Altstadt betritt, kann sich kaum vorstellen, dass dieses Viertel 1945 vollständig in Schutt und Asche lag. Bereits 1953 war der Wiederaufbau im alten Stil abgeschlossen. Seitdem ist der Platz wieder Mittelpunkt des städtischen Lebens und beliebtes Touristenzentrum. Das Viertel steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Die ursprünglichen Bauten stammen zumeist aus dem 16. und 17. Jahrhundert und heben sich durch unterschiedliche Fassadengestaltungen voneinander ab. Viele Geschäfte, Restaurants und Kaffeehäuser haben eine lange Tradition. Die Weinstube Winiarnia Fukierowska existiert bereits 300 Jahre. In den Sommermonaten trifft man sich in einem der vielen Terrassencafés.

Warszawa zählt zu den grünsten Großstädten Europas. Herzstück des innerstädtischen Grüngürtels ist der viel besuchte Lazienki-Park an der Ujazdowskie-Allee. König Stanislaw August ließ das Gelände 1760 zu einem Englischen Park gestalten. Domenico Merlini errichtete auf einer kleinen Insel den klassizistischen Sommerpalast des Königs. Im Amphitheater neben dem Palast finden im Sommer Musik- und Theateraufführungen statt. Vor dem Chopin-Denkmal am Eingang des weitläufigen Parks gibt es jeden Sonntag zur Mittagszeit Klavierkonzerte mit Musik des großen Komponisten bei freiem Eintritt.

In Warschau lebte einst eine der größten jüdischen Gemeinden Europas. An deren Schicksal erinnerte jüngst der Erfolgsfilm von Roman Polanski über den Komponisten und Klavierspieler Wladyslaw Szpilman und dessen Erlebnisse im Warschauer Getto. Jüdische Spuren wurden zum größten Teil zur Zeit der Nazidiktatur ausgelöscht. Von den drei Synagogen im ehemaligen Getto blieb nur die Nozyk-Synagoge erhalten, die heute von der Jüdischen Gemeinde genutzt wird. Ganz in der Nähe befindet sich am Pl. Grzybowski das Jüdische Theater. An der ul. Zamenhofa entstand ein Denkmal für die Helden des Gettos. Von dort führt ein Gedenkpfad zum so genannten Umschlagplatz, von dem aus die Juden in die Vernichtungslager transportiert wurden.

Zu den schönsten Plätze im Stadtzentrum gehört der Plac Teatralny. Hier befindet sich das im 19. Jahrhundert von Antonio Corazzi entworfene Teatr Wielki, die Spielstätte der Warschauer Oper (Foto oben) mit rund 2000 Sitzplätzen. Gegenüber wurde das Alte Rathaus wieder aufgebaut. Hinter den historischen Fassaden richtete sich eine Bank ein. Rund um den Platz gibt es viele schicke Lokale. Mit 234 Metern ist der Kulturpalast am Plac Defilad das höchste Gebäude der Stadt. Das vor 50 Jahren fertiggestellte Bauwerk war ein Geschenk Stalins, deshalb ist es bei vielen Warschauern unbeliebt. Ein Ring von neuen Glaspalästen umringt heute den im Zuckerbäckerstil gebauten Palast. Dessen 3288 Räume werden zum Teil kulturell genutzt. Unter anderem findet hier die jährliche Buchmesse und das bekannte „Jazz-Jamboree" statt. Im Inneren befindet sich seit kurzem das Restaurant „Kabul". Man serviert in stilvollem Ambiente afghanischen Spezialitäten. Von der Aussichtsplattform im 30. Stock bietet sich der beste Blick auf die Stadt.


Quelle: FVA Polen

 

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