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Der schöne Hafen von Singapur

Auf der mehrspurigen Autobahn rauscht das Taxi vom Flughafen in die Stadt. Links und rechts wiegen sich schlanke Palmen, die Fahrspuren sind durch Hibiskus und Bougainvillea von einander getrennt. Welch ein Unterschied zu dem mickrigen Grün auf unserer Autobahn. Vorbei geht es an modernen Apartmenthäusern und Wohnblocks. Viele Architekten haben hier ihre Visitenkarte abgegeben und zeigen eine Vielfalt an Ideen. Dann der Blick auf die Skyline. Manhattan? Chicago? Vegetation und Temperatur sagen, dass es das nicht sein kann. Hotel- und Bankentürme schießen in die Höhe, denn der Platz an der Südspitze Malaysias ist begrenzt. Sir Thomas Raffles würde seine Stadt nicht wiedererkennen! Statt der Ochsenkarren und Kutschen, haben U-bahn und Taxen den Transport übernommen. Die shop houses, Geschäfts- und Wohnhäuser der Chinesen, sind verspiegelten Hotels gewichen, an deren Außenseite gläserne Fahrstühle die Gäste in die Zimmer befördern. Die Modernisierung wurde von „Oben“ geplant und ausgeführt, die Einwohner auf Sauberkeit und Konsum gedrillt. In keiner Stadt habe ich so viele Verbotsschilder gesehen wie in Singapur: Eis essen — verboten, rauchen — verboten, selbst das überqueren der Straße neben dem Zebrastreifen kostet.

Die wichtigste Sache der Welt: Essen
Was wäre Singapur ohne seine vielen Garküchen? Die Zutaten der Gerichte kann man sich auf einem der vielen Märkte ansehen (People´s Park Complex, KK-Market). Kaninchen wird das Fell über die Ohren gezogen, gerupfte Enten hängen an Stangen und in Vitrinen liegen Fische und Langusten auf Eis. Daneben stehen Eimer mit Fröschen, die noch nicht ahnen, dass die Schenkel bald auf einem Teller liegen werden. In den pieksauberen Garküchen (Hawker-Zentren) verschafft ein Rundgang einen ersten überblick über das Angebot. Das ist von Vorteil, da der Chinese viel mehr für essbar hält als wir. Ist die Wahl getroffen, nimmt man das Essen an den Tisch, oder nennt die Tischnummer und bekommt es serviert. Schon beginnt das Schlemmen durch die Küchen Asiens: auf Holzkohle gegrillte Fische, knusprige Enten und für Kenner - ein Fish-Head-Curry. Zum Abschluss eine Suppe und kleine süße Bananen.

Fazit
Hochhäuser, Einkaufszentren und Banken sind uns eigentlich von zu Hause bekannt. Was Singapur aber so anziehend macht, sind die Eigenheiten der verschiedenen Völker und die kleinen Erlebnisse am Rande. Sie beweisen, dass die Stadt doch lebt und nicht in Ordnungswahn und Keimfreiheit erstarrt.

 

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