Geschichte des Kurbades Marienbad in Tschechien |
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Gußeiserne Kolonnade in Marienbad aus dem Jahr 1889 mit singendem Brunnen bzw. singender Fontäne. Foto: Walter J. Pilsak |
Ende des 12. Jahrhunderts gründete der Adlige Hroznata in der Gegend des späteren Marienbad in einem Flusstal das Stift Tepl, das zum Prämonstratenser-Orden gehört. Zu dieser Zeit bestand das Gelände überwiegend aus Sumpf. Im 15. Jahrhundert wurde die Gegend von Deutschen besiedelt. Die Mönche entdeckten bereits im Mittelalter erste Heilquellen, die als "sauer" oder Säuerling bezeichnet wurden. Bereits 1528 wurden die Quellen auf Geheiß von König Ferdinand I. auf ihren Gehalt untersucht. Aus der Ferdinandsquelle wurde danach Salz gewonnen, das sich aber wegen seiner abführenden Wirkung nicht als Kochsalz verwenden ließ; es handelte sich um Glaubersalz. 1679 erschien eine Schrift über sechs der Heilquellen. 1824 bestand Marienbad erst aus etwa 40 Gebäuden, besaß aber bereits einen gewissen Ruf als Kurort. Johann Wolfgang von Goethe war 1820 zum ersten Mal hier. Erst 1865 erhielt der Ort die Stadtrechte. Der eigentliche Aufschwung des Kurbetriebs kam ab 1872 mit dem Anschluss an die Eisenbahn, wodurch eine direkte Verbindung nach Wien und Prag geschaffen wurde, ab 1898 auch nach Karlsbad. 1897 kam der spätere britische König Edward VII. zum ersten Mal zur Kur nach Marienbad, was seinen Ruf ungemein förderte. 1904 besuchte ihn hier der österreichische Kaiser Franz Joseph I.. Es war die Blütezeit des Bades. Zu dieser Zeit kamen in der Saison über 20.000 Gäste. Der Erste Weltkrieg bedeutete einen Einschnitt, doch ab 1920 - nach der Gründung der Tschechoslowakei - lebte die Kur wieder auf, und 1929 wurde die Rekordzahl von 41.000 Kurgästen erreicht. Die entscheidende Zäsur kam mit dem Zweiten Weltkrieg, der das vorläufige Ende des internationalen Besucherzuspruchs bedeutete. Die Kureinrichtungen wurden 1946 verstaatlicht; Marienbad wurde zu einem Kurort für sozialistische Arbeiter. 1952 wurde hier ein Balneologisches Forschungszentrum gegründet. Da der Staat nichts in die Infrastruktur investierte, verfielen die Einrichtungen in der Zeit des Kommunismus. Erst 1989 wurde mit der Sanierung und Restauration wichtiger Gebäude begonnen. Heute setzt man wieder sehr stark auf ausländische Kurgäste. Quelle: http://www.wikipedia.de |
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